Ist der Klimawandel die gesundheitliche Herausforderung des 21. Jahrhunderts? Treten durch ihn neue chronische Krankheiten auf? Darum drehte sich der Vortrag von Frau Dr. Manuela Fritz am 19.4.2026 im Rahmen des Memminger Klimafrühlings. Die Gesundheits- und Entwicklungsökonomin ist Mitarbeiterin des Lehrstuhls für globale Gesundheit der TU München. Sie forscht an der Schnittstelle zwischen Entwicklungs– und Gesundheitsökonomie und Public Health.
Das Thema Gesundheit und Klimawandel bewegt uns, dies zeigte der reger Austausch zwischen Zuhörer*innen und Referentin während des Vortrags.
Hitzebedingt – erderwärmungsbedingt – nehmen chronische Krankheiten wie Herz- Kreislauferkrankungen, Diabetes, Depressionen, Atemwegserkrankungen, Mangelerkrankungen und Infektionskrankheiten zu. Je heißer je kränker. In Indonesien z.B. führte ein Temperaturanstieg von 1° Celsius zu 4% mehr Arztkontakten.
Der Klimawandel macht krank und es bildet sich ein deutliches Gefälle von westlichen Ländern zu Ländern des Globalen Südens ab, zusätzlich zu dem Gefälle von Reich nach Arm. Die chronischen Krankheiten oder nicht übertragbare Krankheiten sind weltweit für 74% der Todesfälle verantwortlich. Bewegungsmangel, Fehlernährung, Adipositas, Tabak und Alkoholkonsum sind neben Umweltfaktoren wie Hitze, Schadstoffbelastung, CO² Belastung , Luftverschmutzung Risikofaktoren für chron. Krankheiten. Diese sind in den letzten 40 Jahren im Globalen Süden sprunghaft angestiegen. Überschwemmungen führen zu Verschmutzung des Grundwassers und des Bodens mit Fäkalien. Die Infektionskrankheiten wie z.B. Cholera, Malaria, Tuberkulose nehmen zu. Infektionskrankheiten, die früher eine hohe Sterberate hatten, sind zumindest in der westlichen Welt deutlich zurückgegangen, da die Menschen Zugang zu Behandlung und Diagnostik haben. Nicht so in den Ländern des Globalen Südens. Eine doppelte Krankheitslast besteht im Vergleich zum Westen durch infektiöse Erkrankungen und chronische Erkrankungen. Mangelnder Zugang zu angemessener Versorgung und fehlende Gesundheitseinrichtungen treffen in Drittländern auf ein geringes Einkommen, die Behandlungen zu bezahlen.
Eine Kosten effektive Lösung unter Berücksichtigung der veränderten Klimafaktoren, der wirtschaftlichen Entwicklung, einer Verbesserung der Versorgungsysteme und der Public Health in Ländern mit niedrigem Einkommen sind dringend angezeigt. In ihrer Forschungsarbeit zur Prävention von chronischen Krankheiten in Vietnam, Myanmar und Indonesien konnte Frau Dr. Manuela Fritz gute Ansätze für kostensparende Lösung aufzeigen. Wie auch in den westlichen Ländern ist der politische Wille, solche Erkenntnisse aufzugreifen und umzusetzen, begrenzt.
Wir in den westlichen Ländern verursachen Umweltbelastungen (z.B. CO²-Anstieg, Erderwärmung, Extremwetterlagen), deren Folgen Menschen in Ländern ohne hohes Einkommen überproportinal betreffen.
Wie Klimagerechtigkeit umgesetzt werden kann, stand am Ende ebenso als offene Frage im Raum, wie die Frage, welche weiteren Schritte zu einem Umdenken im Klimaschutz/Menschenschutz führen.
Wichtig bleibt, dass Initiativen, lokale Kooperationen, engagierte Menschen den Klimaschutz im Auge behalten und vorantreiben.


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