„Weg mit Kohle, Gas, Atom, erneuerbar ist unser Strom!“ skandierte der Chor der Demonstranten beim Besuch von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche am 12.3.26 in Benningen. Bereits ab 13.45 Uhr standen rund 30 Protestierende bereit, um der Ministerin einen lauten Empfang zu bereiten. Reiche war extra ins Allgäu gekommen, um das neue Heizwerk und Wärmenetz Memmingen-Benningen einzuweihen. Das als „Leuchtturmprojekt für die gesamte Region“ bezeichnete Kraftwerk produziert einen Wärmemix, der zu 100 % regenerativ ist und künftig die gesamte Gemeinde Benningen, Teile der Stadt Memmingen sowie einige dort ansässige Industrieunternehmen mit Wärme versorgen soll.
„Wir haben überhaupt nichts gegen das Kraftwerk, das ist toll!“ so Organisatorin Stefanie Hoffmann von der Klimainitiative Memmingen e. V. „Uns ärgert vielmehr, dass es so gute, innovative Ideen gibt, während die Wirtschaftsministerin die Energiewende zum Scheitern verurteilt und auf Gas setzt, das klimaschädlich und viel zu teuer ist!“ Umwelt- und Sozialverbände und tausende Unternehmen üben aktuell bundesweit scharfe Kritik an Reiches Reformplänen für das Gebäudeenergiegesetz, das Erneuerbare-Energien-Gesetz und das Netzpaket. Befürchtet werden steigende Preise, ein Abbremsen der Energiewende und der Bruch nationaler Klimaziele.
Die Demonstranten, ebenso wie die zahlreichen eintreffenden Ehrengäste brauchten viel Geduld. Mit Protestrufen wie „Hoch mit dem Klimaschutz, runter mit dem Gas!“ hielten sich die Klimaschützer bei Laune. Von Frau Reiche war lange nichts zu sehen. Endlich, um 15.00 Uhr mit einer Stunde Verspätung, fuhr der Konvoi mit der Ministerin vor. Schnell stieg sie aus und verschwand im Gebäude, ohne einen Blick auf die andere Straßenseite zu werfen. Da die Türen noch mehrere Minuten geöffnet blieben, skandierten die Protestierenden noch lautstark weiter.
„Wir sind froh, dass wir die Demo noch so kurzfristig organisieren konnten“, resümierte KIMM-Vorstand Lydia Reimann. „Auch wenn sie die lautstarke Kritik einfach ignoriert: Wir konnten zeigen, dass wir mit ihrer Klimapolitik nicht einverstanden sind. Hoffentlich lässt sie sich von dem Heizkraftwerk inspirieren. Wir kämpfen auf jeden Fall weiter für die Energiewende und mehr Klimaschutz!“


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