Ist das die Wohnform der Zukunft? Claudia Kollin wohnt seit November 2022 in ihrem Tiny House. Nicht autark, wie manche Leute sich das vorstellen, aber doch sehr nachhaltig.
Welche Hürden sie dafür zu überwinden hat(te), was an Kosten anfällt und was sie an dieser Wohnform begeistert berichtete sie bei ihrem Vortrag im Rahmen des Memminger Klimafrühlings bei der VHS.
Gut 20 ZuhörerInnen waren neugierig, wie es sich in einem Tiny House lebt. Claudia ging zunächst auf die ökologischen und persönlichen Vorteile der Wohnform ein: Geringe Unterhaltskosten, wesentlich geringere Anschaffungskosten als beim eigenen Haus, oftmals Nähe zur Natur (je nach Standort), weniger Zeitaufwand zum Putzen etc., weniger Ballast, geringere Flächenversiegelung und durch das alles – ein geringerer CO2 Fußabdruck!
Dann jedoch kam sie zu den Hürden:
In Deutschland ist diese Wohnform noch wenig verbreitet und deshalb genehmigungsbedürftig. Deshalb rät die Tiny House-Bewohnerin dazu, unbedingt folgende Reihenfolge einzuhalten:
Zu allererst sollte man sich einen Stellplatz suchen. Danach stehen Bauantrag und Finanzierung an und dann kann man sich sein Haus bauen lassen. Je nach Hersteller dauert das zwischen fünf und zwölf Monaten und kann auch im Preis stark variieren. Zwischen 50 000,00 (aus dem Ausland) und 150 000,00 Euro (aus Deutschland) sind einzukalkulieren.
Manche Gemeinden, so sie denn diese Wohnform überhaupt anbieten, haben spezielle Bedingungen. Frau Kollin musste beispielsweise auf ihr Tiny House ein rotes Spitzdach bauen lassen – damit es ins Ortsbild von Hopferbach, ihrem derzeitigen Standort, passt. Sie sieht darin ganz rationell einen großen Vorteil: „In dem kalten Ort gibts auch mal viel Schnee. Der kann dann schön runter rutschen und ich muss nicht aufs Dach!“, erklärte sie.
In dem unterhaltsamen Vortrag zeigts sie die verschiedensten Formen von Tiny Häusern, erklärte auch den Unterschied zum Wohnwagen (Tiny Häuser brauchen einen Kanalanschluss) und zum Modulhaus (steht nicht auf Rädern und kann aus mehreren Bausätzen bestehen) und beantwortete ausführlich und ehrlich alle gestellten Fragen.
Ihr Fazit am Ende:
Bei dieser Wohnform muss man sich beschränken können, ordentlich sein und ein nomadisches Leben bevorzugen. Dann kann man im eigenen Tiny House sehr glücklich leben!


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