Bauaushub waschen – der Nachhaltigkeit zuliebe!

Bauen ist ein fürs Klima hochrelevantes Thema: Der Bausektor verursacht 30 bis 36% der deutschlandweiten Emissionen. Wie lässt sich der Einfluss auf Natur und Klima verringern? Diese Frage stand am 24.3. beim zweiten Event des Klimafrühlings 2026 im Mittelpunkt: Bei einer Besichtigung des Kreislaufstandortes Memmingen der  GEIGER-Gruppe gab uns Standortleiter Andreas Dietrich hochinteressante Einblicke und beantwortete alle Fragen. Seit 2019 werden hier verschiedene Recyclinganlagen für Baustoffe aller Art von Asbest über Bauschutt und belasteten Aushub bis Zement aufbereitet.

Bauschutt und Altholz wird nach standardisierten Verfahren gesichtet, sortiert, analysiert, aufbereitet und wieder in den Umlauf gebracht. Die Aufbereitung ist durch die TU München zertifiziert. Der Trennungsgrad liege hierbei regelmäßig über den geforderten 95%. Nur der verbleibende, nicht recycelbare Rest wird auf Deponien verbracht.

In der hochmodernen Mineralikwaschanlage wird belasteter Aushub nach erfolgter Analyse mechanisch mit Wasser gereinigt. In diesem Prozess werden wasserlösliche Bestandteile extrahiert. Es folgt die Sortierung nach Korngröße, von großen 80mm bis zum feinen Sand. Anschließend wird das Material zertifiziert und dann der Wiederverwendung zugeführt. Das hierzu benötigte Wasser bleibt als Kreislauf am Standort und wird laufend mit Hilfe von mechanischen Filtern, Aktivkohle und Ionenaustauschern aufbereitet.

Die gesamte Standortfläche ist zur Vermeidung von Schadstoffkontamination des Bodens versiegelt. Das Oberflächenwasser wird sowohl über Abscheidungssysteme mit Versickerung als auch über die Kanalisation abgeleitet.

Mit dieser Methode kann 80% des belasteten Aushubs wieder verwendet werden. Eine moderne Verbesserung: Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden Baugruben ausschließlich mit frischem Material aus Kiesgruben befüllt und der gesamte belastete Aushub landete einfach auf der Deponie!

Der Durchbruch lässt jedoch noch auf sich warten: Leider hat das Rezyklat in der Baubranche noch nicht so Einzug gehalten wie gewünscht. In manchen Ausschreibungen wird das Anbieten von recycelten Aushub sogar noch explizit ausgeschlossen. Doch die Trendwende ist absehbar: Einrichtungen neuer Kiesgruben werden inzwischen kaum mehr genehmigt. Standortleiter Dietrich war überzeugt: Das Recycling von Baumaterial wird zukünftiger Standard sein wird.


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